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Informationen für Kommunen

Kurz erklärt: Warum die Einführung der X-Road in Schleswig-Holstein für Kommunen wichtig ist

Die X-Road macht den Datenaustausch zwischen Verwaltungen in Schleswig-Holstein einfacher, sicherer und besser nachvollziehbar. Statt Daten manuell zu übertragen, mehrfach zu erfassen oder über Einzellösungen auszutauschen, können Kommunen perspektivisch über standardisierte Schnittstellen mit anderen Behörden, Registern, Fachverfahren und weiteren Partnern kommunizieren.

Für Sie als Kommune bedeutet das: Die X-Road schafft eine verlässliche Grundlage, um Verwaltungsprozesse schrittweise zu vereinfachen, Medienbrüche zu reduzieren und Daten dort nutzbar zu machen, wo sie für die Aufgabenerfüllung gebraucht werden. Die Daten bleiben dabei dezentral bei den jeweils zuständigen Stellen; die X-Road sorgt für den sicheren Austausch zwischen berechtigten Systemen.

Je früher Sie sich mit der Einführung der X-Road in Schleswig-Holstein beschäftigen, desto besser können Sie eigene Anforderungen, Fachverfahren und kommunale Use Cases einbringen. So können Ihre praktischen Bedarfe von Beginn an berücksichtigt werden – etwa bei Betriebsmodellen, Schnittstellen, Servicekatalogen, Supportprozessen und Best Practices.

Bei Fragen, Ideen oder konkretem Interesse am Austausch erreichen Sie das Projektteam jederzeit unter: xroad.sh@nortal.com

1. Allgemein

Was ist die X-Road in Schleswig-Holstein?

Die X-Road ist in Schleswig-Holstein die Infrastruktur für den sicheren und standardisierten Datenaustausch zwischen Kommunen, Landesbehörden, Fachverfahren und perspektivisch weiteren Partnern.

Einfach gesagt: Die X-Road hilft dabei, dass Systeme miteinander sprechen können, ohne dass Daten zentral gesammelt oder mehrfach manuell übertragen werden müssen. Jede Organisation behält die Hoheit über ihre Daten. Der Austausch erfolgt über klar definierte Schnittstellen und abgesicherte technische Komponenten. Jede Datentransaktion wird dokumentiert und ist transparent nachvollziehbar.

Die X-Road ist damit ein wichtiger Baustein für eine moderne, vernetzte und praxistaugliche Verwaltungsdigitalisierung in Schleswig-Holstein.

Warum ist die X-Road für Kommunen sinnvoll?

Die X-Road kann Kommunen helfen, wiederkehrende Datenübermittlungen einfacher, sicherer und effizienter zu organisieren.

Viele kommunale Prozesse hängen heute davon ab, dass Daten zwischen Fachämtern, Kreisen, Landesbehörden, Registern, Fachverfahren oder externen Stellen ausgetauscht werden. Häufig geschieht das noch mit Medienbrüchen, manuellen Zwischenschritten oder individuellen Einzellösungen. Die X-Road schafft die Grundlage, diese Datenflüsse künftig strukturierter und nachvollziehbarer abzubilden.

Der konkrete Nutzen für Kommunen liegt vor allem in:

  • weniger manuellen Übertragungen,
  • weniger doppelter Datenerfassung,
  • klareren Schnittstellen zwischen Systemen,
  • besserer Nachvollziehbarkeit von Datenübermittlungen,
  • stärkerer Anschlussfähigkeit an Landes- und Bundesinfrastrukturen,
  • mehr Planungssicherheit für künftige Digitalisierungsprojekte.
Warum sollten Kommunen sich möglichst früh mit der Einführung der X-Road in Schleswig-Holstein beschäftigen?

Eine frühe Auseinandersetzung mit der Einführung der X-Road in Schleswig-Holstein hilft Ihnen, Ihre kommunalen Anforderungen rechtzeitig einzubringen und spätere Anpassungsaufwände zu reduzieren.

Die X-Road wird nicht von heute auf morgen alle kommunalen Prozesse verändern. Der Mehrwert entsteht schrittweise: durch konkrete Use Cases, anschlussfähige Fachverfahren, klare Rollen und praxistaugliche Betriebsmodelle. Genau deshalb ist es sinnvoll, frühzeitig zu prüfen, welche Prozesse, Datenbestände und Fachverfahren in Ihrer Kommune für die X-Road relevant sein könnten.

Je früher Sie einsteigen, desto besser können Sie:

  • geeignete Anwendungsfälle (Use Cases) identifizieren,
  • Anforderungen an Fachverfahren und Schnittstellen klären,
  • das für Sie passende Betriebsmodell identifizieren: Die Einrichtung eines eigenen Security Servers oder die Nutzung einer geteilten Infrastruktur (Shared Member Security Server),
  • sich auf künftige Standards vorbereiten,
  • eigene kommunale Bedarfe in die Weiterentwicklung einbringen.

Das Projektteam geht gern mit Ihnen in den Austausch: xroad.sh@nortal.com

Ersetzt die X-Road bestehende Fachverfahren?

Nein. Die X-Road ersetzt keine Fachverfahren, sondern verbindet sie.

Ihre bestehenden Fachverfahren bleiben weiterhin die Systeme, in denen Daten erfasst, bearbeitet und fachlich geprüft werden. Die X-Road stellt die sichere Verbindung bereit, damit berechtigte Systeme Daten standardisiert austauschen können.

Das macht die X-Road besonders anschlussfähig: Kommunen müssen ihre Fachverfahren nicht grundsätzlich ersetzen, sondern können schrittweise prüfen, welche Systeme über Schnittstellen oder Adapter angebunden werden können.

Ist die X-Road eine zentrale Datenbank?

Nein. Die X-Road ist keine zentrale Datenbank.

Die Daten bleiben bei der jeweils zuständigen Organisation. Die X-Road ermöglicht den sicheren Austausch zwischen diesen Organisationen, ohne die Daten an einer zentralen Stelle zusammenzuführen. Diese dezentrale Datenhaltung ist bewusst gewählt, weil sie Datenhoheit, Resilienz und föderale Selbstverwaltung stärkt.

Ist die X-Road nur für Registermodernisierung relevant?

Nein. Die X-Road ist für Registermodernisierung wichtig, kann aber deutlich breiter eingesetzt werden.

Die X-Road kann überall dort helfen, wo Daten regelmäßig, sicher und nachvollziehbar zwischen Organisationen ausgetauscht werden müssen. Das betrifft Registerdaten ebenso wie Fachverfahrenskommunikation, kommunale Once-Only-Szenarien, behördeninterne Datenübermittlung oder perspektivisch den Austausch mit Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und weiteren Partnern.

2. Einstieg für Kommunen

Wie können wir als Kommune mit der X-Road starten?

Der Einstieg beginnt nicht mit Technik, sondern mit einer einfachen Frage: Wo tauschen Sie heute regelmäßig Daten mit anderen Stellen aus?

Ein guter erster Schritt ist eine kurze Bestandsaufnahme. Prüfen Sie, welche Fachbereiche, Register oder Fachverfahren regelmäßig Informationen an andere Behörden, Kreise, Landesstellen oder externe Organisationen übermitteln. Daraus lassen sich passende Use Cases ableiten.

Sie müssen dafür nicht alle technischen Details kennen. Das Projektteam unterstützt gern bei der Einordnung und freut sich über konkrete Fragen oder Ideen: xroad.sh@nortal.com

Welche Informationen sollten wir für den Einstieg vorbereiten?

Hilfreich sind zunächst einige praxisnahe Informationen:

  • Welcher Fachprozess soll verbessert werden?
  • Welche Daten werden ausgetauscht?
  • Welche Organisationen sind beteiligt?
  • Welche Fachverfahren werden genutzt?
  • Gibt es bereits Schnittstellen?
  • Wo entstehen heute Medienbrüche oder manuelle Aufwände?
  • Welche rechtliche Grundlage gibt es für den Datenaustausch?

Diese Informationen helfen dabei, schnell zu bewerten, ob ein Use Case für die X-Road geeignet ist und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.

Müssen wir als Kommune sofort einen eigenen Security Server betreiben?

Nein. Sie müssen nicht sofort einen eigenen Security Server betreiben.

Für Kommunen kommen unterschiedliche Betriebsmodelle in Betracht. Größere Organisationen oder kommunale Rechenzentren können perspektivisch eigene Security Server betreiben. Für kleinere Kommunen oder Organisationen ohne eigene technische Betriebsressourcen kann ein Shared Member Security Server sinnvoll sein.

Welches Modell passt, hängt von Ihrer IT-Struktur, Ihren Use Cases und Ihren Betriebsanforderungen ab. Genau diese Fragen können gemeinsam mit dem Projektteam betrachtet werden.

Was ist ein Security Server?

Ein Security Server ist der sichere Zugang einer Organisation zur X-Road. Über ihn können Behörden, Kommunen oder andere teilnehmende Stellen Daten geschützt mit anderen Organisationen austauschen.

Der Security Server verschlüsselt die Datenübertragung, prüft die technische Berechtigung und protokolliert automatisch jede Anfrage und Antwort. Die Daten werden dabei nicht zentral gespeichert, sondern bleiben bei der jeweils verantwortlichen Organisation. So unterstützt der Security Server einen sicheren, nachvollziehbaren und dezentralen Datenaustausch in Schleswig-Holstein.

Anschaulich gesagt: Der Security Server ist wie eine besonders gesicherte digitale Eingangstür. Über diese Tür kann eine Organisation Daten an andere Stellen senden oder von ihnen empfangen. Der Security Server prüft dabei, ob die Kommunikation zulässig ist, verschlüsselt die Datenübertragung und dokumentiert automatisch, welche Anfrage wann gestellt und beantwortet wurde.

Was ist ein Shared Member Security Server?

Ein Shared Member Security Server ist ein gemeinsam genutzter, sicherer Zugang zur X-Road. Er ermöglicht es mehreren Organisationen, Daten über die X-Road zuverlässig, verschlüsselt und nachvollziehbar auszutauschen, ohne dass jede Organisation einen eigenen Security Server betreiben muss.

Anschaulich gesagt: Der Shared Member Security Server funktioniert wie ein gemeinsamer, besonders gesicherter digitaler Briefkasten. Mehrere Organisationen können ihn nutzen, um Daten sicher zu senden oder zu empfangen. Der Security Server stellt dabei sicher, dass nur berechtigte Stellen miteinander kommunizieren, dass die Daten verschlüsselt übertragen werden und dass jede Anfrage nachvollziehbar dokumentiert wird.

In Schleswig-Holstein könnte ein Shared Member Security Server insbesondere kleineren Organisationen den Einstieg in die X-Road erleichtern. Dazu zählen zum Beispiel Kommunen, Ämter oder kleinere öffentliche Einrichtungen, die am sicheren Datenaustausch teilnehmen möchten, aber keinen eigenen Security Server betreiben können oder wollen.

Der technische Zugang zur X-Road würde in diesem Fall zentral bereitgestellt oder betrieben, zum Beispiel durch das Land, Dataport oder eine dafür vorgesehene Betriebsstelle. Die jeweilige Organisation wäre dennoch als eigenständiger Teilnehmer im X-Road-Ökosystem erkennbar und bliebe fachlich für ihre Daten, Dienste und Berechtigungen verantwortlich.

Ein Beispiel: Eine Kommune möchte eine Information aus einem Register abrufen oder einer anderen Stelle Daten bereitstellen. Die Anfrage läuft dann nicht über einen eigenen kommunalen Security Server, sondern über den gemeinsam genutzten Shared Member Security Server. Dieser übernimmt die sichere Verbindung, prüft die technische Berechtigung, dokumentiert die Anfrage und leitet sie an den zuständigen Service Provider weiter.

Können auch kleinere Kommunen die X-Road nutzen?

Ja. Die X-Road soll ausdrücklich auch für kleinere Kommunen nutzbar werden.

Nicht jede Kommune muss eigene komplexe Infrastruktur aufbauen. Über Shared-Service-Modelle und Dienstleisterbetrieb können auch kleinere Organisationen angebunden werden. Wichtig ist vor allem, dass kommunale Anforderungen frühzeitig sichtbar werden, damit Betriebsmodelle und Unterstützungsangebote praxistauglich ausgestaltet werden können.

Können wir eigene Use Cases vorschlagen?

Ja, das ist ausdrücklich erwünscht. Kommunale Use Cases sind besonders wichtig, damit die X-Road an den tatsächlichen Anforderungen vor Ort ausgerichtet wird.

Geeignet sind vor allem Prozesse, bei denen Daten regelmäßig zwischen Organisationen ausgetauscht werden, zum Beispiel zwischen Kommune und Kreis, Kommune und Land, mehreren Kommunen oder mit externen Partnern. Auch einfache, klar abgegrenzte Use Cases sind wertvoll, weil sie schnell zeigen können, wo die X-Road im Alltag entlastet.

Senden Sie Ihre Ideen gern an: xroad.sh@nortal.com

3. Infrastruktur und Betrieb

Was ist ein Security Server?

Ein Security Server ist die technische Komponente, über die eine Organisation an die X-Road angebunden wird.

Er sorgt dafür, dass Daten sicher, verschlüsselt und nachvollziehbar zwischen berechtigten Systemen ausgetauscht werden können. Der Security Server verbindet das interne Fachverfahren einer Organisation mit dem X-Road-Ökosystem.

Für Kommunen ist wichtig: Der Security Server ist kein neues Fachverfahren und keine zentrale Datenbank. Er ist die sichere Verbindungskomponente zwischen bestehenden Systemen.

Was ist ein Shared Member Security Server?

Ein Shared Member Security Server ist ein gemeinsam betriebener Security Server, den mehrere Organisationen nutzen können.

Dieses Modell kann besonders für Kommunen interessant sein, die keinen eigenen Security Server betreiben möchten oder können. Der technische Betrieb erfolgt durch einen Dienstleister, während die Kommune als Mandantin angebunden wird.

Der Vorteil: Sie können die Vorteile der X-Road nutzen, ohne selbst die komplette technische Betriebsverantwortung übernehmen zu müssen.

Welche Vorteile hat ein Shared Member Security Server für Kommunen?

Ein Shared Member Security Server kann den Einstieg in die X-Road deutlich vereinfachen.

Mögliche Vorteile sind:

  • geringerer technischer Betriebsaufwand,
  • einfacherer Einstieg für kleinere Kommunen,
  • Nutzung vorhandener Dienstleisterstrukturen,
  • klarere Supportprozesse,
  • bessere Skalierbarkeit,
  • geringere Hürde für erste Use Cases.

Wichtig ist: Auch bei einem Shared-Service-Modell müssen fachliche Verantwortung, Zugriffsrechte, Mandantentrennung und Datenschutz sauber geregelt sein.

Können Kommunen die X-Road über bestehende Dienstleister nutzen?

Ja, das ist grundsätzlich möglich und für viele Kommunen voraussichtlich ein sinnvoller Weg.

Kommunale IT-Dienstleister, Dataport oder andere geeignete Dienstleister können beim Betrieb, bei der technischen Anbindung und beim Support eine wichtige Rolle übernehmen. Ziel ist, dass Kommunen nicht jede technische Detailfrage selbst lösen müssen, sondern praxistaugliche Betriebs- und Unterstützungsmodelle nutzen können.

Kann die Infrastruktur über den OZG-Shop bezogen werden?

Das ist derzeit noch in Klärung.

Eine Bereitstellung über bestehende Beschaffungs- oder Servicekanäle kann sinnvoll sein, muss aber noch organisatorisch und rechtlich geklärt werden. Sobald hierzu verbindliche Informationen vorliegen, sollten diese zentral kommuniziert werden.

Läuft die X-Road künftig über das Landesdatennetz?

Ja, die X-Road ist als Baustein des Landesdatennetzes vorgesehen.

Das Landesdatennetz soll die sichere und interoperable Dateninfrastruktur für Schleswig-Holstein schaffen. Es verbindet perspektivisch Landesverwaltung, Kommunen und weitere Organisationen. Die X-Road unterstützt dabei den standardisierten und nachvollziehbaren Datenaustausch.

Nach aktuellem Zielbild werden zentrale Bausteine bis Ende 2026 vorbereitet, darunter ein Open-Source-Adapter zur technischen Anbindung kommunaler Systeme sowie die Anbindung einer zentralen Registerplattform an das Landesdatennetz.

4. Rollen und Verantwortlichkeiten

Wer macht was bei der X-Road?

Die X-Road funktioniert am besten, wenn Rollen und Verantwortlichkeiten klar sind.

Vereinfacht gesagt:

  • Der X-Road Operator verantwortet die übergreifende X-Road-Instanz, Regeln und zentrale Vertrauensstruktur. In diesem Fall ist der Operator das Land Schleswig-Holstein.
  • Der Service Provider stellt einen Service bereit, in dem er zum Beispiel Zugriff auf Daten eines Registers ermöglicht.
  • Der Service Consumer nutzt einen Service, in dem er Daten abruft.
  • Der Service Owner verantwortet einen Service fachlich.
  • Der Security Server-Betreiber sorgt für den technischen Betrieb.
  • Die Kommune bleibt verantwortlich für ihre Daten, fachlichen Prozesse und Freigaben.

Die konkrete Ausgestaltung wird über Governance, Betriebskonzepte und Servicevereinbarungen geregelt.

Was ist ein Service Provider?

Ein Service Provider ist eine Organisation, die über die X-Road einen Service bereitstellt.

Das kann zum Beispiel eine Kommune, eine Landesbehörde, eine Registerstelle oder eine andere Organisation sein. Der Service Provider entscheidet nicht nur technisch, sondern auch fachlich, unter welchen Voraussetzungen ein Service genutzt werden darf.

Was ist ein Service Consumer?

Ein Service Consumer ist eine Organisation oder ein System, das einen bereitgestellten Service nutzt.

Beispiel: Eine Kommune ruft über die X-Road Daten ab, die eine andere Stelle als Service bereitstellt. Vor dem Zugriff müssen fachliche, rechtliche und organisatorische Voraussetzungen geklärt sein.

Was ist ein Service Owner?

Ein Service Owner ist fachlich für einen Service verantwortlich.

Diese Rolle legt fest, welche Daten bereitgestellt werden, wer sie nutzen darf, welche fachlichen Bedingungen gelten und wie Änderungen am Service koordiniert werden. Für Kommunen kann diese Rolle zum Beispiel in einem Fachamt oder einer zentralen Digitalisierungsstelle liegen.

Welche Rolle haben Fachverfahrenshersteller?

Fachverfahrenshersteller sind zentrale Partner für die erfolgreiche Anbindung an die X-Road.

Viele Daten liegen in Fachverfahren. Damit diese Daten über die X-Road genutzt werden können, brauchen Fachverfahren geeignete Schnittstellen oder Adapter. Deshalb ist es sinnvoll, Fachverfahrenshersteller frühzeitig einzubeziehen und gemeinsam zu klären, welche technischen Möglichkeiten bestehen.

Für Kommunen gilt: Je früher Sie wissen, welche Fachverfahren für X-Road-relevante Prozesse wichtig sind, desto besser können technische Anforderungen abgestimmt werden.

5. Servicekatalog und Nutzung von Services

Wo sehen wir künftig, welche Services verfügbar sind?

Perspektivisch soll ein Servicekatalog sichtbar machen, welche Services über die X-Road verfügbar sind.

Der Servicekatalog soll Kommunen helfen, vorhandene Services zu finden und fachlich einzuordnen. Damit wird transparenter, welche Organisation welche Daten oder Funktionen bereitstellt und welche Voraussetzungen für eine Nutzung gelten.

Können wir jeden sichtbaren Service direkt nutzen?

Nein. Ein im Servicekatalog aufgeführter Service bedeutet nicht automatisch, dass er direkt genutzt werden darf.

Vor der Nutzung müssen Service Provider und Service Consumer klären, ob der Zugriff fachlich, rechtlich und organisatorisch zulässig ist. Die X-Road erleichtert den sicheren technischen Austausch, ersetzt aber nicht die erforderliche fachliche Abstimmung.

Warum ist der Servicekatalog für Kommunen wichtig?

Der Servicekatalog macht den Nutzen der X-Road besser sichtbar.

Er zeigt, welche Services bereits existieren, wer sie bereitstellt und wo Anknüpfungspunkte für kommunale Prozesse liegen. Dadurch können Kommunen leichter erkennen, welche Datenflüsse künftig über die X-Road abgebildet werden können.

6. Sicherheit, Datenschutz und Nachvollziehbarkeit

Wie sicher ist die X-Road?

Die X-Road ist für den sicheren Datenaustausch zwischen Organisationen entwickelt worden.

Die Kommunikation zwischen Security Servern erfolgt verschlüsselt und authentifiziert. Anfragen und Antworten werden protokolliert. Dadurch wird nachvollziehbar, welche Systeme miteinander kommuniziert haben.

Für Kommunen bedeutet das: Die X-Road schafft eine technische Grundlage, um sensible Verwaltungsdaten nicht über unsichere Einzellösungen oder manuelle Umwege auszutauschen, sondern über eine definierte und abgesicherte Infrastruktur.

Werden einzelne Nutzer*innen in der X-Road protokolliert?

Die X-Road protokolliert in erster Linie die Kommunikation zwischen Subsystemen beziehungsweise Organisationen, nicht die einzelnen Endnutzer*innen.

Wenn eine nutzerbezogene Protokollierung erforderlich ist, muss sie im jeweiligen Fachverfahren oder Informationssystem erfolgen. Die X-Road kann nachvollziehbar machen, welches Subsystem auf welchen Service zugegriffen hat.

Was bedeutet das für die Auditfähigkeit?

Auditfähigkeit entsteht durch nachvollziehbare technische Kommunikation, klare Rollen, dokumentierte Berechtigungen und geregelte Betriebsprozesse.

Für Kommunen ist wichtig, dass nicht nur die Technik betrachtet wird. Auch organisatorische Fragen müssen geklärt sein: Wer darf was freigeben? Wer betreibt welche Komponente? Wie werden Zugriffe dokumentiert? Wie werden Änderungen, Zertifikate und Updates verwaltet?

Bleiben die Daten bei der Kommune?

Ja, wenn die Kommune für die jeweiligen Daten verantwortlich ist, bleiben diese grundsätzlich in ihrer Hoheit.

Die X-Road führt Daten nicht zentral zusammen. Die Infrastruktur ermöglicht den Austausch zwischen berechtigten Systemen. Das unterstützt dezentrale Datenhaltung und stärkt die Kontrolle der jeweils zuständigen Organisation über ihre Daten.

Muss man dem Security Server vertrauen?

Ja. Der Security Server ist eine vertrauenswürdige Komponente im X-Road-Ökosystem.

Dieses Vertrauen entsteht durch technische Sicherheitsmechanismen, Zertifikate, klare Betriebsprozesse, Rollenmodelle und regelmäßige Aktualisierung. Für Shared-Service-Modelle ist besonders wichtig, dass Mandantentrennung, Administration und Support transparent geregelt sind.

Können zusätzliche Sicherheitslösungen eingesetzt werden?

Ja, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen können in der eigenen Betriebsumgebung sinnvoll sein.

Die direkte Verbindung zwischen Security Servern ist verschlüsselt. Eine tiefe Inhaltsprüfung dieser Verbindung ist daher nicht vorgesehen. Sicherheitsmaßnahmen können aber insbesondere zwischen Fachverfahren und Security Server oder innerhalb der eigenen IT-Umgebung umgesetzt werden.

7. Mandantenfähigkeit und Zugriff

Was bedeutet Mandantenfähigkeit bei der X-Road?

Mandantenfähigkeit bedeutet, dass mehrere Organisationen eine gemeinsame technische Infrastruktur nutzen können, ohne dass ihre fachlichen Zuständigkeiten vermischt werden.

Für Kommunen ist das vor allem bei Shared Member Security Servern relevant. Eine Kommune kann dort als Mandantin angebunden werden. Wichtig sind klare Regeln für Rollen, Zugriffe, Administration und Trennung der jeweiligen Bereiche.

Wer entscheidet, wer auf welche Daten zugreifen darf?

Der fachlich verantwortliche Service Provider beziehungsweise Service Owner entscheidet, wer einen Service nutzen darf.

Die X-Road bildet diese Freigaben technisch ab. Die fachliche und rechtliche Entscheidung bleibt aber bei den verantwortlichen Organisationen.

Gibt es Zugriffskontrollen über die X-Road hinaus?

Ja. Die X-Road regelt die Kommunikation zwischen Systemen. Weitere fachliche Berechtigungen müssen im jeweiligen Fachverfahren umgesetzt werden.

Das bedeutet: Nutzerrollen, personenbezogene Berechtigungen und fachliche Prüfungen bleiben Aufgabe des angebundenen Systems. Die X-Road ergänzt diese Systeme um den sicheren Austausch zwischen Organisationen.

8. Fachverfahren und Schnittstellen

Was ist, wenn unser Fachverfahren noch keine passende Schnittstelle hat?

Dann sollte frühzeitig geprüft werden, welche Integrationsmöglichkeiten bestehen.

Viele Fachverfahren sind historisch gewachsen und verfügen nicht immer über moderne Schnittstellen. Das ist kein Ausschlusskriterium, aber ein wichtiger Punkt für die Planung. Mögliche Wege sind Schnittstellenerweiterungen, Adapter oder die Zusammenarbeit mit dem Fachverfahrenshersteller.

Das Projektteam nimmt Hinweise zu relevanten Fachverfahren gern auf: xroad.sh@nortal.com

Muss ein Fachverfahren REST unterstützen?

Nicht zwingend. Die X-Road unterstützt standardisierte Webservices, darunter REST und SOAP.

Welche Schnittstelle geeignet ist, hängt vom jeweiligen Fachverfahren, vom Use Case und vom technischen Zielbild ab. Wichtig ist vor allem, dass Daten strukturiert, sicher und nachvollziehbar bereitgestellt oder genutzt werden können.

Wird es Adapter für Kommunen geben?

Ja, die Bereitstellung eines Open-Source-Adapters ist geplant.

Die Digitalstrategie sieht vor, bis Ende 2026 einen Open-Source-Adapter bereitzustellen, mit dem Kommunen ihre Systeme technisch an das Landesdatennetz anschließen können.

Warum sollten wir Fachverfahrenshersteller frühzeitig einbeziehen?

Weil die praktische Anbindung oft davon abhängt, welche Schnittstellen ein Fachverfahren bietet.

Wenn Fachverfahrenshersteller frühzeitig wissen, welche Anforderungen Kommunen im Kontext der X-Road haben, können Schnittstellen, Roadmaps und technische Anpassungen besser geplant werden. Das reduziert spätere Aufwände und hilft, kommunale Anforderungen gebündelt sichtbar zu machen.

9. Zusammenarbeit mit anderen Organisationen

Kann die X-Road auch für den Austausch mit Unternehmen genutzt werden?

Ja. Die X-Road ist grundsätzlich nicht auf Behörden beschränkt.

Das Zielbild des Landesdatennetzes sieht vor, perspektivisch auch nicht-öffentliche Stellen geregelt einzubinden. Dazu können zum Beispiel Unternehmen, Stadtwerke, Hochschulen oder weitere Partner gehören.

Können auch KMU oder lokale Dienstleister angebunden werden?

Ja, grundsätzlich ist das möglich, wenn ein fachlicher und rechtlicher Bedarf besteht.

Gerade für kleinere Unternehmen oder Organisationen ohne eigene IT-Betriebsressourcen können Dienstleister- oder Shared-Service-Modelle sinnvoll sein. Die technische Ausgestaltung muss im Einzelfall geklärt werden.

Können kommunale IT-Dienstleister eingebunden werden?

Ja. Kommunale IT-Dienstleister sind wichtige Partner für die Umsetzung.

Sie können Kommunen beim Betrieb, bei der Anbindung von Fachverfahren, bei Supportprozessen und bei technischen Best Practices unterstützen. Deshalb ist es sinnvoll, kommunale Dienstleister frühzeitig in die weitere Ausgestaltung einzubeziehen.

10. Recht, Governance und Verbindlichkeit

Ersetzt die X-Road die rechtliche Prüfung eines Datenaustauschs?

Nein. Die X-Road ersetzt keine rechtliche Grundlage.

Vor jedem Datenaustausch muss geklärt sein, ob die Datenübermittlung fachlich und rechtlich zulässig ist. Die X-Road sorgt für den sicheren technischen Austausch, trifft aber keine eigene Entscheidung über die Rechtmäßigkeit eines fachlichen Datenabrufs.

Wer ist datenschutzrechtlich verantwortlich?

Die datenschutzrechtliche Verantwortung richtet sich nach dem konkreten Use Case und den beteiligten Organisationen.

In der Regel bleibt die Organisation verantwortlich, die Daten verarbeitet oder bereitstellt. Bei gemeinsam genutzter Infrastruktur, Shared-Service-Modellen oder Dienstleisterbetrieb müssen Verantwortlichkeiten klar geregelt werden.

Gibt es ein Governance-Konzept?

Ja. Für die X-Road in Schleswig-Holstein wird ein Governance-Konzept erarbeitet, das Rollen, Zuständigkeiten, Entscheidungswege und Betriebsregeln für die landesweite Nutzung festlegt. Dazu gehören unter anderem Regeln für die Teilnahme am X-Road-Ökosystem, für den sicheren Betrieb der Security Server, für Berechtigungen sowie für die Bereitstellung und Nutzung von Datendiensten.

Ziel ist ein verlässlicher Rahmen, in dem Behörden, Kommunen und weitere teilnehmende Organisationen Daten sicher, nachvollziehbar und nach einheitlichen Standards austauschen können. Die Governance soll zugleich sicherstellen, dass die X-Road schrittweise als Bestandteil des Landesdatennetzes weiterentwickelt und landesweit anschlussfähig betrieben werden kann.

Wie werden Updates und Sicherheitsupdates geregelt?

Updates und Sicherheitsupdates müssen über klare Betriebs- und Supportprozesse geregelt werden.

Je nach Betriebsmodell liegt die Verantwortung beim Betreiber des Security Server. Für Kommunen ist wichtig, dass diese Prozesse transparent sind: Wer informiert über Updates? Wer spielt sie ein? Welche Fristen gelten? Wie werden kritische Sicherheitsupdates behandelt?

11. Kosten, Aufwand und Unterstützung

Wie hoch ist der Aufwand für Kommunen?

Der Aufwand hängt vom Use Case, vom Fachverfahren und vom gewählten Betriebsmodell ab.

Ein erster Einstieg muss aber nicht groß sein. Oft genügt zunächst eine fachliche Bestandsaufnahme: Welche Daten werden regelmäßig ausgetauscht? Welche Fachverfahren sind beteiligt? Wo entstehen heute manuelle Aufwände? Danach kann gemeinsam bewertet werden, ob und wie die X-Road unterstützen kann.

Welche Kosten entstehen?

Die konkreten Kosten hängen vom Betriebsmodell, von Fachverfahrensanpassungen, Schnittstellen, Tests und Supportanforderungen ab.

Für Kommunen ist deshalb wichtig, frühzeitig zu klären, welche Leistungen zentral bereitgestellt werden, welche Aufgaben über Dienstleister abgedeckt werden können und welche lokalen Aufwände entstehen. Genau diese Fragen sollten im weiteren Austausch transparent beantwortet werden.

Welche Unterstützung erhalten Kommunen?

Gern unterstützen wir Sie bei allen Fragen und Anliegen rund um die Einführung der X-Road in Schleswig-Holstein.

Wenden Sie sich mit Ihren Fragen jederzeit an unser zentrales Postfach: xroad.sh@nortal.com. Wir nehmen Ihr Anliegen gern auf und leiten es bei Bedarf an die passenden Ansprechpartner*innen weiter.

Viele grundlegende Informationen, aktuelle Hinweise und Materialien finden Sie außerdem auf dieser Projekt-Website.

12. Praktische Beispiele und nächste Schritte

Welche Use Cases eignen sich für den Anfang?

Für den Einstieg eignen sich Use Cases, die fachlich klar abgegrenzt sind und einen sichtbaren Nutzen haben.

Beispiele können sein:

  • Datenabrufe aus kommunalen Registern,
  • Austausch von Nachweisdaten,
  • behördeninterner Datenaustausch,
  • Datenübermittlung zwischen Kommune und Landesbehörde,
  • standardisierte Kommunikation mit öffentlichen Unternehmen.
Was sollten wir als Kommune jetzt konkret tun?

Sie können mit drei einfachen Schritten starten:

  1. Identifizieren Sie erste Prozesse in Ihrer Organisation, bei denen heute regelmäßig Daten mit anderen Stellen ausgetauscht werden.
  2. Prüfen Sie, welche Fachverfahren und Datenbestände beteiligt sind.
  3. Nehmen Sie Kontakt mit dem Projektteam auf, um den Use Case gemeinsam einzuordnen.

Kontakt: xroad.sh@nortal.com

Warum lohnt sich der frühe Einstieg besonders?

Der frühe Einstieg lohnt sich, weil Sie Ihre kommunalen Anforderungen aktiv in die weitere Ausgestaltung einbringen können.

Die Einführung der X-Road in Schleswig-Holstein befindet sich im Aufbau. Das ist eine Chance: Kommunen können jetzt mitgestalten, welche Unterstützungsangebote, Betriebsmodelle, Schnittstellen, Servicekataloge und Best Practices wirklich gebraucht werden. Wer früh einsteigt, kann eigene Prozesse besser vorbereiten und ist anschlussfähiger, wenn zentrale Komponenten des Landesdatennetzes produktiv werden.

Was passiert, wenn wir noch nicht so weit sind?

Auch dann ist ein Austausch sinnvoll.

Sie müssen keinen fertigen technischen Use Case mitbringen. Schon Hinweise auf typische Medienbrüche, fehlende Schnittstellen, relevante Fachverfahren oder wiederkehrende Datenflüsse helfen dem Projektteam, die kommunale Praxis besser zu verstehen und Unterstützungsangebote passgenauer zu entwickeln.

Melden Sie sich gern jederzeit unter: xroad.sh@nortal.com

Sie haben Fragen oder möchten einen kommunalen Use Case besprechen?

Das Projektteam der X-Road in Schleswig-Holstein unterstützt Sie gern bei der ersten Einordnung. Sie können sich mit fachlichen Fragen, technischen Hinweisen, Use-Case-Ideen oder Unterstützungsbedarfen jederzeit an uns wenden.

Kontakt: xroad.sh@nortal.com

Wir gehen gern mit Ihnen in den Austausch.